WIESO DER BLOG DER HIRTIN?
Wenn ich von meinem Ahninnen-Wissen spreche, dann entspricht das einem uralten Weltbild, das sich im Vinschgau, einem Südtiroler Gebirgstal, bis heute erhalten hat.
Dieses archaische Wissen wurde seit Generationen mündlich und im Verborgenen von Großmutter zu Enkelin weitergegeben. Wie lange das schon so ist, kann ich nur spekulieren – was ich lieber sein lasse … Vielmehr erzähle ich euch, warum dieser Bereich hier „Blog der Hirtin” heißt.
Foto: Wunderalpen
Die Herkunft laut Überlieferung
Von meinen Ahninnen ist überliefert, dass der Ursprung von allem die Quelle ist. Manchmal wurde auch von einem Brunnen gesprochen, der niemals versiegt. In diesem Weltbild wird alles, was existiert, als beseelt erlebt: Menschen, Tiere, Pflanzen, Orte, Steine und sogar von Menschen Gemachtes.
Meine Oma hat mir gesagt, dass wir uns selbst als „Hirtinnen“ bezeichnen. Ich habe dieses Wort immer mit „Hüterin des alten Wissens“ gleichgesetzt.
Sie hat mir von einer Zeit berichtet, in der wir fernab der „Anderen“ in Frauengemeinschaften in der Natur lebten. Warum sich eine oder mehrere meiner Ahninnen eines Tages dazu entschlossen haben, sich den „Anderen“ anzuschließen und mit ihnen zu leben, wusste meine Oma nicht mehr.
Sehr wohl jedoch, dass eine der Ahninnen – wenn nicht mehrere – irgendwann entschied, dieses Wissen nicht mehr offen zu leben, um es zu schützen. Diese Weltanschauung und alles, was damit zusammenhing, schien in Gefahr zu sein. Daraufhin wurde das Wissen nur noch unter Ausschluss der Öffentlichkeit und sogar der eigenen restlichen Familie weitergegeben.
Wir Hirtinnen zeichnen uns allesamt durch besondere Gaben aus:
Seelenfarben (Aura) sehen,
die Zukunft erträumen,
in Träumen bewusst erscheinen,
Hellsichtigkeit,
das Erkennen einer Schwangerschaft,
das Erkennen des Geschlechts eines Kindes im Mutterbauch,
das Erkennen des Todes bei anderen,
den Todeszeitpunkt selbst wählen,
Kommunikation mit Verstorbenen,
Begegnung mit Geistern,
Begegnung mit Naturgeistern und Lichtwesen,
hinter die Kulissen schauen
etc. etc. etc.
Jede Hirtin hat(te) eine oder mehrere dieser Gaben, aber wir alle wurden von klein auf darin unterrichtet, dass es nie darum ging, wie viele und wie groß diese Gaben waren, sondern WIE sie eingesetzt werden – zum Wohle aller. Etwas, was ich immer wieder und neu von meiner Oma zu hören bekam.
Ich war lange Zeit die letzte lebende Hirtin meiner Ahninnenreihe und habe es unter strengem Tabu von meiner Kortscher Großmutter geerbt. Von ihr wurde ich von klein auf darin unterwiesen. Sie hat jedoch in ihren Träumen vorausgesehen, dass bald die Zeit kommen würde, „das Wissen wieder unter die Leute zu bringen“.
Das Ende des Tabus
Als ich mit 33 Jahren meiner Seelenhälfte, dem Psychologen Ulrich Gutweniger, begegnete, kam das alte Wissen einfach aus mir heraus. Es passierte einfach – bei einem Mann (!), außerhalb meiner Familie. Wie Oma mir voraussagte, war es nicht vorhersehbar oder planbar. Es konnte jedoch bei keinem besseren Menschen passieren, denn Uli wandte es nicht nur sofort in seiner Praxis an, sondern half mir auch, die Vintschger Typenlehre mithilfe seines spirituellen und psychologischen Wissens an die heutigen Verhältnisse anzupassen. Zugleich unterstützte er mich dabei, immer mehr Erinnerungen zurückzurufen, um der Allgemeinheit einen Teil ihrer geistigen Wurzeln aus dem Alpenraum zugänglich zu machen.
Seit 2005 halten wir regelmäßig Vorträge und Workshops zur Vintschger Typenlehre ab. 2011 erschien unser gemeinsames Buch „Die Vintschger Typenlehre. Sich selbst und andere besser verstehen“, das nun im Wagner Verlag erhältlich ist. 2019/2020 organisierten wir den ersten und bislang einzigen Lehrgang zum Vintschger-Typen-Berater und seitdem gibt es einige „VT-Berater“ in Südtirol.
Die Vintschger Typenlehre ist jedoch nur ein Teil dieses Weltbildes. Im Blog der Hirtin werde ich euch immer wieder etwas davon erzählen.