MEINE OMA HAT IMMER GESAGT…

Wer mit mir zu tun hat, wird diesen Satzanfang immer wieder von mir hören.

Wenn ich jemandem etwas über das Wissen meiner Ahninnen erzähle, beginne ich damit: “Meine Oma hat immer gesagt…”
Zum einen ist dann jedem klar: Jetzt kommt etwas, das mich meine Oma gelehrt hat. Zum anderen ist es Ahninnen-Wissen. Und dieses Wissen wird nicht mit einem “ICH” weitergegeben, sondern mit den Worten der Hirtin vor dir.

Unsplash @dani_franco

Wie ich schon des Öfteren auf diesem Blog erzählt habe, erfolgte die Weitergabe des Wissens mündlich. Nach welchen Regeln das geschah, erkläre ich euch gerne ein anderes Mal. Heute geht es mir darum, euch mitzuteilen, wieso schon meine Oma die Weitergabe von Ahninnen-Wissen immer mit den Worten “Meine Oma hat immer gesagt” begann.

Es war wie ein Auftakt. So wusste ich schon von klein auf: Jetzt kommt etwas, das von Großmutter zu Enkelin von Generation zu Generation weitergegeben wurde. Es waren oft nur Sprüche, dann wieder Aufträge, Beobachtungen mit Erklärung oder Anschauungen anhand von Beispielen.

Dabei mischte meine Oma durchaus auch ihre Lebenserfahrungen hinein. Wie ich das heute auch tue. Das Wissen musste nicht “rein” sein, d.h. frei von der jeweiligen Interpretation der Überbringerin. Das ist eine wissenschaftliche Auffassung, die bei unserer Form der Weitergabe nichts zu suchen hat. Es soll als gelebtes Wissen zusammen mit den eigenen Erkenntnissen und Erfahrungen weitergegeben werden. Dadurch wird es reicher und bleibt zugleich aktuell – im „Heute“, wie meine Ahninnen immer sagten –, und ist somit im Alltag anwendbar.

Doch unabhängig davon, wie viel eigene Lebenserfahrung und Erkenntnis in die Mitteilung einfließt, bleibt es immer ein “Meine Oma hat immer gesagt”. Ich verstecke mich dabei nicht hinter diesem Satz oder spiele damit meine eigenen Erfahrungen und Erkenntnisse herunter, aber ich nehme sie auch nicht soooo wichtig.

Wahrscheinlich ist es eine Art, das Ego zurückzunehmen, das uns von klein auf diese Weise anerzogen wurde. Es geht nicht darum, welche Weisheit ICH hier beisteuere, denn alles fußt auf dem Hirtinnen-Wissen, auf der alten Anschauung der Welt. Es ist nicht wichtig, WER es weitersagt, sondern ob man sich in die Ahninnenlinie einreiht. Dann erhalten auch die Worte die Kraft der Weisheit, die entsprechend vom anderen aufgenommen werden können. Im Vordergrund steht nicht das ICH, das dies gerade tut, sondern die Weitergabe des gesammelten Wissens.

In Zeiten wie heute ist es gut , das Ego zurückzunehmen. Viele sind auf der Suche. Sobald sie durch Lebenserfahrungen, Channeln oder spirituelle Begegnungen Erkenntnisse erhalten, teilen sie diese mit einem “großen ICH” - im Internet oder live auf Vorträgen. Dann erleben sie sich als Leuchttürme oder Lichtweiser - dabei vergessen viele, dass sie im Großen und Ganzen immer noch Suchende sind. Wenn sie dann noch damit Erfolg haben, ist das für sie eine Bekräftigung ihres Erleuchtungszustandes. Ich erlebe es als einen sehr populären Trend gerade dort, wo viel altes Wissen unterdrückt und vergessen wurde.

Es entspricht nicht den Menschen, die altes Wissen hegen, pflegen und weitergeben. Zumindest keinem von denen ich im Laufe des Lebens begegnet bin. Außerdem tut es der eigenen Seele soooo gut, sich in die Ahnenlinie zu stellen. Das ist viel besser, als das eigene Ego zu streicheln. Man erhält Kraft, steht mit beiden Füßen besser auf dem Boden und gewinnt eine Sicherheit, die über die Selbstsicherheit hinausgeht, sowie einen inneren, gelassenen Frieden.

„Die hat leicht reden“, werden sich jetzt einige von euch denken. Nicht jeder hatte eine Oma, die altes Wissen weitergegeben hat. Das stimmt. Aber ihr alle hattet jemanden, der euch etwas im Leben gezeigt hat, nicht wahr? Ob nun in der Familie, in der Nachbarschaft, auf der Reise, etc. Oder ihr habt ein Buch gelesen, dessen Zeilen euch inspiriert haben. Oder ihr habt einen Kurs besucht, bei dem der Referent zu Schlüsselerkenntnissen für euer Leben beigetragen hat. BENENNT die Quellen. Gerade in Zeiten von KI ist es wichtig, die Menschen zu ehren, die euch weiterbringen - als Teil der Menschheitsfamilie, zu der wir auf jeden Fall gehören.

Meine Oma hat immer gesagt, dass alles beseelt ist. Für mich bedeutet das auch, dass wir alle Teil des großen Ganzen sind. Es braucht von jedem von uns eine Prise, aber dennoch geht es um das große Ganze. Je mehr wir uns als Teil davon erfahren, umso mehr stärkt es uns und desto mehr können wir unseren Teil dazu beitragen…

Meine Oma hat immer gesagt, dass alles beseelt ist. Für mich bedeutet das, dass wir alle Teil des großen Ganzen sind. Es braucht von jedem von uns nur eine Prise, aber dennoch geht es um das große Ganze. Je mehr wir uns als Teil davon erfahren, desto mehr stärkt es uns und desto mehr können wir unseren Teil dazu beitragen.

Alles Liebe und seid gesegnet

Eure Astrid

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